Der Elden Ring ist der Glaube, der die Zwischenlande im Innersten zusammenhält. Er stellt die Idee dar, wie die Welt funktioniert, ähnlich dem Glauben an Gott oder dem Kapitalismus in unserer Realität.
Dank diesem Elden Ring strahlt der „Erdtree“ über das gesamte Zwischenland und symbolisiert die Macht des Elden Ring. Der Erdtree bezieht seine Kraft aus dem Elden Ring und wacht sichtbar mahnend über das Zwischenland. Er erinnert die Bewohner an die Anwesenheit und Macht des Elden Ring.
Königin Marika nutzte den Elden Ring, um die Rune des Todes zu begrenzen und sich und ihre Nachkommen unsterblich zu machen. Durch die Kirche der „Zwei Finger“ wurde Marika dank dieser Tat zum Gott erklärt und die „Goldene Ordnung“ zur vorherrschenden Religion.
Die Goldene Ordnung ist eine Art Geburtsrecht auf die Herrschaft, ähnlich dem mittelalterlichen König- und Fürstentum.
Königin Marika heiratete Godfrey, wodurch dieser der erste „Elden Lord“ wurde. Aus dieser Verbindung gingen Morgott, Mohg und Godwyn hervor. Die Kinder Marikas erhalten in den Zwischenlanden den Status von Halbgöttern – und dank Marikas Zauber zur Begrenzung des Todes die Unsterblichkeit.
In der Zwischenzeit entwickelte sich eine aufklärerische Bewegung in den Zwischenlanden, symbolisiert durch die „Raya Lucaria Akademie“. An dieser Akademie entwickelte die Astrologin Rennala den Mondzauber und begründete das Haus von Caria, zu dessen Königin sie sich erklärte.
Rennala war mit Radagon verheiratet. Aus dieser Verbindung gingen Radahn, Ranni und Rykard hervor.
Als der Elden Lord Godfrey endlich alle Feinde Marikas in den Zwischenlanden besiegte, kündigte Marika die Ehe mit Godfrey, nahm ihm den Titel des Elden Lords, verbannte ihn und brandmarkte ihn so als ersten „Befleckten“. Daraufhin kündigte Radagon die Ehe mit Rennala, um Marika zu heiraten und der nächste Elden Lord zu werden.
Aus der Verbindung zwischen Marika und Radagon, die als „Seelenverwandt“ gelten, wurden Malenia und Miquella geboren. Die beiden Kinder wurden bei ihrer Geburt jedoch verflucht. Malenia trägt seitdem eine Fäulnis in sich, Miquella wird für alle Zeit im Körper eines Kindes gefangen sein. Die Kinder Radahn, Ranni und Rykard, nun offiziell Stiefkinder von Marika, erhielten den Status von unsterblichen Halbgöttern.
Eines Tages hat Ranni, Tochter von Rennala und Radagon aus erster Ehe, ein Fragment von Marika gestohlen, wodurch der Unsterblichkeitszauber aufgehoben wurde. Mit Hilfe dieses Fragments wurde Godwyn, Sohn von Godfrey und Marika aus erster Ehe, getötet. Zeitgleich starb Ranni. Dieses Ereignis wurde als „Nacht der Schwarzen Messer“ bekannt. Warum Ranni ihre Stiefmutter hinterging ist unklar. Ihre leibliche Mutter jedenfalls klammert sich seit der Trennung von Radagon um einen Kokon – das letzte gemeinsame, ungeborene Kind dieser Ehe.
Marika zerschlug nach der Meldung vom Tod ihres Kindes aus Schmerz mit ihrem Hammer den Elden Ring. Radagon versuchte vergeblich, den Elden Ring mit Hilfe des Hammers wieder zu reparieren. Die durch den Elden Ring gegebene Gnade an Marika und Radagon wurde Beiden entzogen, wodurch Marika ihren Götterstatus und Radagon den Titel des zweiten Elden Lords verlor. Daraufhin begann ein Krieg zwischen den Halbgöttern um die Thronfolge.
Dieser Krieg blieb erfolglos für alle Parteien, wodurch bis heute kein neuer Elden Lord gekrönt wurde. Die Goldene Ordnung gilt als zerbrochen. Das Land zerfiel. Dennoch scheint der Elden Ring nach wie vor zu rufen, nämlich jene, die einst aus den Zwischenlanden verbannt wurden: die Nachfahren um Godfreys Streitmacht, bekannt als „Befleckte“, die gemeinsam mit Godfrey nach seiner Verbannung in den „Badlands“ kämpften.
Diese Befleckten strömen in die Zwischenlande in der Hoffnung, die Gnade des Elden Ring zu erhalten und dank ihm einen Weg zu finden, Elden Lord zu werden und die Zwischenlande wieder zu neuem Glanz zu verhelfen.
Morgott, Sohn von Godfrey und Marika aus erster Ehe, schwor den im Erdtree verbliebenen Elden Ring zu beschützen und machte unter dem Synonym „Margit“ jagt auf die in das Land kommenden Befleckten. Warum er die geistigen Nachfahren seines Vaters jagt, bleibt unklar. Vermutlich, weil er als sogenanntes „Omen“ – das sind körperlich Entstellte, denen überall Hörner wachsen – aus der Erbfolge selbst ausgeschlossen und zu einem Leben im Untergrund verbannt worden ist.
Shadow of the Erdtree
Im Krieg der Halbgötter kämpfte u.a. Malenia, Tochter von Radagon und Marika aus zweiter Ehe, gegen Radahn, Sohn von Radagon und Rennala aus erster Ehe. Malenia, verflucht seit der Geburt mit Fäulnis, übertrug diese Fäulnis im Kampf auf Radahn, woraufhin dieser wahnsinnig wurde und für alle Zeit auf dem Schlachtfeld das Fleisch der hinterbliebenen Leichen verzehren muss. Radahn fällt somit aus der Erbfolge aus.
Malenia selbst hat sich Miquella, ihrem Zwillingsbruder, verschrieben. Sie glaubt, dass Miquella allein den Anspruch des Elden Ring gerecht werden kann. Im Geiste vereint sieht sich Malenia als Klinge, die den Willen Miquellas bei Bedarf gewaltsam umsetzen und ihren Bruder beschützen muss. Miquella wurde zur Geburt dazu verflucht, für immer im Körper eines Kindes zu verweilen. Dennoch entwickelt Miquella eine Gabe: er besitzt die Fähigkeit, Wesen mit Hilfe von Liebe zu manipulieren.
Miquella schloss sich in einem Kokon ein und versuchte, sich zu einem Baum zu entwickeln, um den Erdtree und damit den Elden Ring abzulösen. Diese alten Mächte seien für alles Leid dieser Welt verantwortlich, so auch für den Fäulnis-Fluch seiner Schwester oder den Halbtot von Godwyn. Dessen Körper starb zwar, aber dessen Seele, ebenso wie die von Ranni, sollen für alle Zeit in den Zwischenlanden verweilen. Miquella versprach, das zu beenden. Daher wird ihm – auch dank der Kirche der „Zwei Finger“ – zugesprochen, dass er in der Lage sei, die alte Ordnung um Marika und dem Elden Ring abzulösen und eine neue Ordnung zu begründen.
Mohg, Sohn aus erster Ehe zwischen Godfrey und Marika, nutzte den Kampf zwischen Radahn und Malenia für seine Zwecke. Er riss, während die anderen Beiden auf einem entfernten Schlachtfeld kämpften, den Kokon Miquellas aus dem neu wachsenden Baum und entführte ihn. Wenn Miquella der neue Elden Ring wird und Miquellas Baum der neue Erdtree, dann kann Mohg – so denkt er – als Gemahl von Miquella die neue Gottheit werden, so wie einst Marika. Er wäre von da an das mächtigste Wesen der Zwischenlande und Oberhaupt einer neuen Ordnung.
Mohg versuchte vergeblich mit Blutopfern die Entwicklung von Miquella wieder aufzunehmen. Miquella jedoch blieb bis heute unempfänglich.
„Shadow of the Erdtree“ nimmt diesen Strang auf. Der Spieler schlachtet Mohg, berührt die Hand Miquellas und gelangt so in seine Schattenlande, dem Gedankenkonstrukt des verfluchten Halbgottes. Eben das, was sich im Schatten des Erdtrees entwickelt hat.
verfasst von Marcel Dietrich